Deckungsbeitrag: Welcher Auftrag Ihren Betrieb wirklich trägt

Autor: Fabian Wegener · 2026-06-28

GaLaBau-Wissen · Betriebswirtschaft

Deckungsbeitrag:
Welcher Auftrag Ihren Betrieb wirklich trägt

Zwei Aufträge, beide 8.000 Euro auf dem Angebot. Der eine macht Sie reicher, der andere ärmer. Der Deckungsbeitrag verrät Ihnen in einer einzigen Zahl, welcher welcher ist.

Eine Zahl, die mehr sagt als der Umsatz

Der Deckungsbeitrag ist ganz einfach: Preis minus variable Kosten. Variable Kosten sind alles, was nur wegen dieses Auftrags anfällt – vor allem Material und der direkt eingesetzte Lohn. Was übrig bleibt, ist der Beitrag, mit dem dieser Auftrag hilft, Ihren Laden am Laufen zu halten.

Schauen wir uns drei typische Aufträge an – alle ähnlich groß, aber mit völlig unterschiedlichem Beitrag:

RECHENWEG kireon Deckungsbeitrag im Vergleich Drei Aufträge, drei sehr unterschiedliche Beiträge. 1 DER STARKE AUFTRAG Angebotspreis 8.000 € − variable Kosten (Material + Lohn) 5.600 € Deckungsbeitrag 2.400 € 30 % Marge · 30 €/h 2 DER SCHWACHE AUFTRAG Angebotspreis 6.000 € − variable Kosten 5.400 € Deckungsbeitrag 600 € 10 % Marge · 7,50 €/h 3 DER VERLUST-AUFTRAG Angebotspreis 5.000 € − variable Kosten 5.400 € Deckungsbeitrag − 400 € jede Stunde kostet Sie Geld Bei voller Auslastung zählt der Deckungsbeitrag pro Stunde – nicht der Gesamtpreis.

Der erste Auftrag trägt 2.400 € bei, der zweite nur 600 €, der dritte kostet Sie sogar Geld. Und jetzt kommt das Entscheidende: Auf den Gesamtpreis geschaut, sehen alle drei ähnlich aus. Erst der Deckungsbeitrag – vor allem pro Stunde – zeigt, welcher sich wirklich lohnt.

Nicht der größte Auftrag gewinnt – sondern der mit dem höchsten Deckungsbeitrag pro Stunde.

Deckungsbeitrag ist nicht Gewinn

Ein häufiges Missverständnis: 2.400 € Deckungsbeitrag sind noch kein Gewinn. Aus diesem Topf müssen erst Ihre Fixkosten bezahlt werden – Miete, Versicherung, Verwaltung, Fahrzeuge. Erst wenn alle Deckungsbeiträge zusammen die Fixkosten übersteigen, verdienen Sie Geld. Diesen Punkt nennt man Break-even.

Der Trick mit der Stunde

Im Alltag ist Ihre Zeit der Engpass, nicht der Umsatz. Deshalb ist die wichtigste Kennzahl der Deckungsbeitrag pro Arbeitsstunde. Ein Auftrag über 30.000 €, der ewig dauert, kann pro Stunde schlechter sein als ein kleiner, der schnell durchläuft. Rechnen Sie im Zweifel immer pro Stunde.

Wann sich sogar ein magerer Auftrag lohnt

Ist Ihre Kolonne ohnehin nicht ausgelastet, kann selbst der schwache Auftrag sinnvoll sein – ein kleiner Deckungsbeitrag ist immer noch besser als eine leere Woche. Bei voller Auslastung dagegen nehmen Sie konsequent die Aufträge mit dem höchsten Beitrag pro Stunde. Nur eines gilt immer: Ein negativer Deckungsbeitrag heißt Finger weg. Jede Stunde daran macht Sie ärmer.

So nutzen Sie den Deckungsbeitrag

  • Bei jedem Angebot den Deckungsbeitrag mitrechnen – nicht nur den Preis.
  • Immer auch pro Stunde betrachten.
  • Aufträge mit negativem Beitrag ablehnen oder neu verhandeln.

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