Maschinenstundensatz: Warum ein selten genutzter Bagger Ihr teuerster ist

Autor: Fabian Wegener · 2026-04-05

GaLaBau-Wissen · Fuhrpark

Maschinenstundensatz:
Warum ein selten genutzter Bagger Ihr teuerster ist

Zwei Betriebe, derselbe Bagger. Beim einen kostet die Stunde 18 Euro, beim anderen 36. Der Unterschied liegt nicht in der Maschine – sondern in der Auslastung.

Der Bagger kostet, auch wenn er schläft

Kaum steht ein Gerät auf dem Hof, tickt die Uhr: Es verliert an Wert, es kostet Zinsen, Versicherung und Steuer – ob es arbeitet oder nicht. Diese Fixkosten laufen weiter. Der Maschinenstundensatz verteilt sie auf die Betriebsstunden. Und genau da wird es spannend:

RECHENWEG kireon Maschinenstundensatz nach Auslastung Gleicher Minibagger, drei Auslastungen im Jahr. 1 400 BETRIEBSSTUNDEN Fixkosten je Stunde (10.500 € ÷ 400) 26,25 €/h + Wartung & Kraftstoff 9,75 €/h Maschinenstundensatz 36,00 €/h 2 800 BETRIEBSSTUNDEN Fixkosten je Stunde (10.500 € ÷ 800) 13,13 €/h + Wartung & Kraftstoff 9,75 €/h Maschinenstundensatz 22,88 €/h 3 1.200 BETRIEBSSTUNDEN Fixkosten je Stunde (10.500 € ÷ 1.200) 8,75 €/h + Wartung & Kraftstoff 9,75 €/h Maschinenstundensatz 18,50 €/h Ohne Bediener. Fixkosten = Abschreibung + kalk. Zinsen + Versicherung/Steuer.

Dieselben Fixkosten, dreimal geteilt. Bei 400 Stunden trägt jede Stunde ein riesiges Stück der Fixkosten – der Satz explodiert auf 36 €. Bei 1.200 Stunden verteilt sich alles auf viele Schultern, und die Stunde kostet nur noch 18,50 €. Der Bagger ist derselbe. Nur die Auslastung entscheidet.

Eine Maschine, die steht, ist nicht kostenlos. Sie ist nur unsichtbar teuer.

Woraus sich der Satz zusammensetzt

  • Abschreibung – der Wertverlust über die Nutzungsdauer.
  • Kalkulatorische Zinsen – für das im Gerät gebundene Kapital.
  • Reparatur & Wartung.
  • Betriebsstoffe wie Diesel und Hydrauliköl.
  • Versicherung & Steuer.

Warum kalkulatorische Zinsen?

Das Geld, das in Ihrem Bagger steckt, könnte auch auf der Bank oder in einem anderen Auftrag arbeiten. Dieser entgangene Ertrag ist ein echter Kostenfaktor – auch wenn er auf keiner Rechnung steht. Ehrliche Kalkulation rechnet ihn mit.

Kaufen oder mieten?

Genau hier liegt der praktische Nutzen. Brauchen Sie ein Gerät nur ein paar Wochen im Jahr, ist der eigene Satz gnadenlos hoch – dann ist Miete fast immer günstiger. Erst ab einer soliden Auslastung lohnt sich der Kauf. Der Maschinenstundensatz ist damit auch Ihr bester Ratgeber bei der Anschaffung.

So rechnen Sie ehrlich

  • Mit realen Betriebsstunden rechnen, nicht mit Wunschwerten.
  • Wartung und Reparatur großzügig ansetzen – besonders bei älteren Geräten.
  • Den Fahrerlohn separat über den Verrechnungssatz zurechnen.

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