GaLaBau-Wissen · Kalkulation
Tariferhöhung im GaLaBau ab Juli 2026:
Was das für eure Kalkulation bedeutet
Veröffentlicht am · Aktualisiert am
Diese Woche hat mich ein Kunde angeschrieben. Er hat einen GaLaBau-Betrieb im Rheinland. Er wollte wissen: Rechnet Kireon die neuen Tariflöhne schon in der Nachkalkulation ein?
Ich musste ehrlich sein: Ich hatte den Tarifabschluss selbst nicht mehr genau im Kopf. Ich bin Solo-Gründer und sitze viel am Rechner, um Kireon weiterzuentwickeln. Ich rede mit vielen Betrieben über ihre Probleme. Aber genau bei so einer Frage merke ich: Ich muss selbst am Ball bleiben, auch wenn ich keine eigene Baustelle habe. Also habe ich mir den Abend genommen und nachgeschaut, was aktuell gilt.
Was sich beim Tariflohn ändert
Für den Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau gibt es einen Tarifvertrag mit zwei Stufen. Die erste Stufe kam am 1. Juli 2025: Löhne und Gehälter stiegen um 3,2 Prozent. Die zweite Stufe kommt jetzt, am 1. Juli 2026: noch einmal 3,3 Prozent oben drauf. Der Tarifvertrag gilt insgesamt zwei Jahre, bis Juni 2027.
Ein Beispiel macht es greifbar. In der Lohngruppe 4.2a (das ist der Eckwert für Facharbeiter) steigt der Stundenlohn von 20,24 Euro auf 20,91 Euro. Klingt erstmal nach wenig. Aber rechnet man das auf eine ganze Kolonne und ein ganzes Jahr hoch, kommt schnell ein vierstelliger Betrag pro Mitarbeiter zusammen.
Auch die Ausbildungsvergütungen steigen mit. Im ersten Lehrjahr geht es von 1.100 auf 1.140 Euro. Im zweiten von 1.220 auf 1.270 Euro. Im dritten von 1.340 auf 1.390 Euro.
Warum das mehr ist als eine Randnotiz
Das eigentliche Problem ist nicht die Erhöhung selbst. Die kennt man ja, sie kommt planbar. Das Problem ist der zeitliche Versatz.
Viele Angebote werden Monate im Voraus geschrieben. Die Baustelle läuft dann aber erst nach dem Stichtag. Ein Beispiel: Ihr kalkuliert im Februar ein Angebot mit dem alten Stundenlohn. Die Ausführung ist aber erst im August. Dann rechnet ihr in der Kalkulation mit einem zu niedrigen Lohn, obwohl die Kolonne längst zum neuen, höheren Tariflohn arbeitet. Das frisst die Marge auf – oft ohne dass man es sofort merkt. Erst am Jahresende beim Blick in die Zahlen fällt auf: Es ist weniger übrig geblieben als gedacht.
Genau das war der Grund, warum mich die Frage meines Kunden diese Woche beschäftigt hat. Bei Kireon arbeite ich gerade an der Nachkalkulation. Eine Frage dabei: Sollen Lohnkostenanpassungen wie diese automatisch mit einfließen? Dann müsste niemand mehr von Hand in Excel nachrechnen. Fertig ist das noch nicht. Aber es zeigt mir: Solche Tarif- und Gesetzesthemen sind keine trockene Theorie. Sie stecken mitten im Alltag der Betriebe.
Was ihr jetzt tun solltet
Schreibt ihr gerade Angebote für Projekte, die erst nach dem 1. Juli 2026 starten? Dann lohnt sich ein zweiter Blick auf die kalkulierten Stundensätze. Habt ihr noch offene Kalkulationen aus dem Frühjahr? Dann rechnet die Lohnkosten einmal gegen, bevor das Angebot rausgeht oder final bestätigt wird.
Klingt banal. Wird aber im Alltag zwischen Baustellenkoordination, Kundengesprächen und Wetterausfällen gerne übersehen.
Ich schreibe das vor allem auf, weil ich selbst gemerkt habe, wie schnell man solche Stichtage aus den Augen verliert – egal ob als Außenstehender wie ich, oder als Betrieb mitten im Tagesgeschäft. Falls es euch genauso ging: Jetzt wisst ihr's.
Quellen
- IG BAU, "Garten- und Landschaftsbau: Tarifabschluss – mehr Geld für alle!"
- Tarifbroschüre Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau, Stand Juli 2025 (PDF)
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